Veranstaltungen

„Gott sei Dank! – Oder doch nur Zufall?“
Gottes Handeln in der Welt

Ein anregender Studienabend mit Prof. Schärtl am 21. Sept. 2017, 18.00 Uhr, in München-Haidhausen
Bericht von Dr. Manfred Waltl

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Als Christen glauben wir, dass Gott die Welt nicht nur am Anfang erschaffen hat, sondern dass er in ihr auch wirkt und handelt. Als moderne Menschen wissen wir aber auch, dass unsere Welt festen natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgt und nicht dem willkürlichen Eingreifen einer höheren Instanz. Wie können wir diesen Widerspruch auflösen? Ist es überhaupt ein Widerspruch? Lässt sich das Wirken Gottes auch im Rahmen eines modernen Weltbildes denken oder müssen wir uns von der Vorstellung eines in der Welt handelnden Gottes verabschieden?

Über 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen trafen sich am Donnerstag, dem 21. September im Korbinianshaus der Erzdiözese München und Freising mit Professor Dr. Dr. Thomas Schärtl, Lehrstuhlinhaber für philosophische Grundlagen der Theologie an der Universität Regensburg, um genau diese Fragen nachzudenken. Es ist dies keineswegs eine Spezialfrage der Theologie, sondern von großer praktischer Bedeutung für Gemeinde, Schule und den persönlichen Glauben – sind damit doch Themen wie Bittgebet, Theodizee und das Verhältnis von Glaube, Zufall und Naturgesetz angesprochen. Ist Gottes Eingreifen in eine von Naturgesetzen bestimmte Welt überhaupt möglich, bzw. wie könnte dies je sicher festgestellt werden.

Professor Thomas Schärtl bot keine einfachen Antworten, bzw. entlarvte sie, sofern überhaupt vorhanden, als kaum tragfähige Scheinlösungen. So kommt für ihn im Versuch, Gottes Eingreifen in nicht determinierten Quantenvorgängen zu verorten, nur der alte „Lückenbüßergott“ in neuem Gewand zum Vorschein.

Wenn man überhaupt von einem Fazit sprechen kann – im Grunde steckte der Vortrag eher den Rahmen für eigenständiges Weiterdenken ab – dann, dass Gott nicht direkt handelt, sondern dies nur über Zweitursachen tut, indem er Menschen „inspiriert“. Statt von Gottes Handeln, möchte Schärtl daher lieber von Gottes „Wirken“ in der Welt sprechen. Eine Idee, eine Vorstellung, ein Kunstwerk, das berührt, kann auf indirekte Art viel bewirken und anrühren. In Christus, seinem Abbild, ist Gott in der Welt präsent und kann Leitbild und Inspiration sein. In diesem seinem Bild ist er wirksam, ohne direkt in die Welt einzugreifen. Seine Spuren finden sich in allem, was einen „Transzendenzüberschuss“ in sich trägt, im menschlichen Gewissen und in der Unbedingtheit der Liebe. Auch Karl Rahner wurde zitiert, der von Gott als der Formursache der Seele und als Zielursache des Kosmos gesprochen hatte.

So war der Abend keine einfache Kost. Wie sehr er aber das Denken der Teilnehmer/innen angeregt hatte, zeigte eine mehr als halbstündige intensive Diskussion, die dem Vortrag folgte.

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Rückschau:

Diözesantag 2017: Wunderbare Welt – Biblische Heilungs- und Wundererzählungen

anneliese hecht

mit Frau Anneliese Hecht am Samstag, 24. Juni 2017, 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr
in München-Haidhausen, Erzbischöfliches Jugendamt, gegenüber der dkv-Geschäftsstelle, Preysingstraße.

Biblische Heilungswunder und Wundererzählungen berühren einen Kern des biblischen Glaubens. Obwohl der Anteil der Wundergeschichten Jesu im Neuen Testament höher ist als der der Gleichnisse, führen sie eher ein Schattendasein im Religionsunterricht, denn Wunder sind „schwerer zu unterrichten”.

Wie können Wundererzählungen jenseits eines engen Realitätssinnes verstanden und mit Schülerinnen und Schülern altersgemäß erschlossen werden? Um eine tragfähige Didaktik der Heilungswunder entwickeln zu können, werden wir fragen: Was sind Heilungen? Wie geschehen sie? Wie haben biblische Menschen Heilungsgeschichten verstanden? Wie haben sie in notvollen Situationen Gottes heilvolles Handeln erfahren dürfen? Und was hat sie betroffen gemacht und dazu gebracht, sich selbst einzusetzen bei der Verringerung von Not? Welche Rolle spielt meine eigene Lebens- und Glaubensgeschichte beim Verständnis von Wundergeschichten?

Die Inhalte sollen praxistauglich methodisch vermittelt und eingeübt werden!

Die Tagung wurde wegen zu geringer Resonanz (9 Interessenten) am 4. Juni abgesagt!

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24. September 2016

„GlaubensUPDATE“
Werkstatt-Tag zu zentralen Glaubensthemen … – Wie sag ich’s heute?
In Kooperation mit der Abteilung Katechese und Evangelisierung des Erzbischöflichen Ordinariates

GlaubensUpdate

Wer über den Glauben spricht, muss zuerst dem eigenen Glauben auf die Spur kommen und die eigenen Glaubensfragen stellen können. Auf der Basis des Speyrer Glaubenskurses wurden Bausteine für die Praxis in Schule und Gemeinde erstellt, mit denen eine Unterrichtseinheit (ab der 5. Jahrgangsstufe), aber auch ein Glaubensabend gestaltet werden kann. Der Werkstatt-Tag ist so gestaltet, dass die Teilnehmenden die Bausteine kennenlernen und selbst über folgende Themenbereiche ins Gespräch kommen: Gottesbild, Schöpfung, Jesus, und Heiliger Geist. - Der Werkstatt-Tag richtet sich an hauptamtliche SeelsorgerInnen, ehrenamtliche KatechetInnen und Lehrkräfte für das Fach Religion.

 Zeit: Samstag, 24. September 2016, 9.30 – 15.00 Uhr

Ort:  Erzbischöfliches Jugendamt, Preysingstraße 93, 81667 München

Team: Franziska Marschall/Helene Aumer (EOM, FB Katechese); Beate Zahnbrecher/Katharina Dötsch/Manfred Waltl (DKV)

 

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4. Juni 2016

Diözesantag 2016: Ausflug nach Abensberg 

Der Diözesantag am Samstag, 04. Juni 2016, musste wegen zu geringer Teilnahme abgesagt werden. Geplant war ein Ausflug nach Abensberg.

Programm:

Der Kuchlbauerturm in Abensberg auf dem Gelände der Brauerei Abensberg

Der Kuchlbauerturm in Abensberg auf dem Gelände der Brauerei Abensberg

10.45 Uhr       Treffpunkt am Kuchlbauerturm, Römerstr. 5-9 (ca. 500 m vom Bahnhof)
                         anschließend Stadtrundgang durch Abensberg.

11.45 Uhr       Gemeinsames Mittagessen in der Gaststätte Kuchlbauer

13.00 Uhr       Spaziergang zur Wallfahrtskirche Allersdorf und zur Klosterkirche Biburg

Die Klosterkirche Biburg gehört zu Bayerns bedeutendsten Bauwerken der Romanik und ist seit ihrer Einweihung im Jahre 1140 in ihrer baulichen Substanz nahezu unverändert geblieben.
Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Allersdorf entstand um das Jahr 1600 und besitzt eine reiche Innenausstattung im Stile des Spätbarock bzw. Rokoko. In einer der Kirchen werden wir eine kurze Andacht beten. Die Wegstrecke (hin und zurück) beträgt ca. 8 km.
oder
Besuch der Bierwelt und des Kuchlbauerturmes (von Hundertwasser konstruiert)
Beides ist nur in Kombination möglich, dauert 2 Stunden und kostet incl. einer Breze und einer Halbe Bier oder ein anderes Getränk für Erwachsene 12.- €. Um eine Gruppenführung zu erhalten bräuchten wir eine verbindliche Anmeldung

16.30 Uhr       Ende und Heimfahrt

Anreise:          mit privatem PKW oder mit dem Regionalexpress (München Hbf. ab 9.06 Uhr – Bayernticket!).

Da bis bis Freitag, 13. Mai 2016, zu wenig Anmeldungen vorlagen, hat der Diözesanvorstand entschieden, die Fahrt abzusagen. Er bittet um Verständnis.

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26. Sept. 2015

“Totalfirm – 7 Gaben/7 Tage” – eine Woche Firmvorbereitung

Auf dem Weg zu meinem Platz im Leben

Auf dem Weg zu meinem Platz     im Leben

Kooperationsveranstaltung des dkv mit der Abteilung Sakramentenpastoral des Erzbistums München und Freising
am 26. September 2015 im Erzb. Jugendamt (Korbinianshaus), Preysingstr. 93, München-Haidhausen

Ein neuer Weg der Firmvorbereitung wurde in Wattenscheid im Bistum Essen entwickelt. Es handelt sich um einen kompakten, erlebnis- und inhaltsstarken Wochenkurs mit gemeinsamen Gottesdiensten und Mahlzeiten. Es ist ein Weg, der intensive inhaltliche und persönliche Begegnungen ermöglicht: Das Erfahren von „7 Gaben in 7 Tagen“, um am Ende „totalfirm“ das Sakrament zu empfangen.

Der Studientag am 26. September 2015 in München-Haidhausen fragte nach den Umsetzungsmöglichkeiten dieses Ansatzes und gab Impulse zu einer jugend- und evangeliumsgemäßen Firmvorbereitung. Referent war Pastoralreferent Ralf Tietmeyer, der in Wattenscheid, Bistum Essen, den Kurs mitentwickelt hat.

Dr. Manfred Waltl, Starnberg

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19. Mai 2015

Prof. Armin Kreiner, kath. Fundamentaltheologe in München

Prof. Armin Kreiner

.                              Gott erfahren – wie geht das eigentlich?

Bericht von der Abendveranstaltung mit Prof. Dr. Armin Kreiner am 19. Mai 2015 in München-Haidhausen

Wenn jemand von religiöser Erfahrung oder gar einer Gotteserfahrung spricht, dann stellen sich zwei Fragen:
1. Was ist genauer darunter zu verstehen/wie ist sie überhaupt möglich? Und
2. wie verlässlich sind solche Erfahrungen? Lassen sich solche Erfahrungen durch Manipulation unseres Gehirnes nicht auch erzeugen? –

Diesen Fragen methodisch auf den Grund zu gehen und sich dabei weder von allzu frommen Geheimniskrämern („glauben heißt nicht wissen“), noch von naiven Wissensfanatikern („ich glaub nur, was ich sehe“) ausbremsen lassen, dazu ermutigte der Münchner Fundamentaltheologe Prof. Dr. Armin Kreiner. Etwa 30 Mitglieder und Gäste waren zur Abendveranstaltung des dkv am 19. Mai 2015 nach München-Haidhausen gekommen.

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Mit einem Einblick in die – im deutschsprachigen Raum bisher noch kaum bekannte – „Prozesstheologie“ hat Kreiner einen bedenkenswerten Neuansatz der Metaphysik ins Spiel gebracht, der sich mit der jüdisch-christlichen Glaubenstradition zwar nicht komplett deckt, aber doch wohl eine große Schnittmenge (z. B. die Existenz Gottes; die Liebe Gottes; die Freiheit des Menschen …) aufzeigt, die zum weiteren Nachdenken und zum konstruktiven Dialog motiviert. Immerhin scheinen die Prozesstheologen auch eine vernünftige Antwort auf die jahrtausendealte Theodizeefrage zu ermöglichen …

Für die Prozesstheologen (vgl. David R. Griffin, Prozess-Theologie, Göttingen 1979 ) wurde die Welt nicht aus dem Nichts geschaffen (creatio ex nihilo), sondern ist ein offener, sich ständig fortsetzender Prozess der Entstehung von Neuem (creatio continua). Dies gelte auch für das Bewusstsein des Menschen, das immer schon in der Materie angelegt gewesen sei. Gott wird nicht als der allmächtige Schöpfergott wahrgenommen, der damit auch letztverantwortlich wäre für alles Leid und Unheil, sondern als liebender Urgrund, der – wie ein guter Dirigent – mit unendlicher Geduld (in einem ewigen Prozess) darum wirbt, die Welt besser, harmonischer, komplexer und wertvoller werden zu lassen.

Auch wenn die letzten Jahrzehnte der Philosophie- und Theologiegeschichte eine gesunde Skepsis gegenüber (alten und neuen) ontologisch-metaphysischen Konstruktionen entwickelt haben, sollten sich die Verantwortlichen in Religionspädagogik und Seelsorge in einer von Naturwissenschaft und Technik geprägten Gesellschaft derartigen Fragen nicht entziehen. Das wurde nicht zuletzt auch in der lebhaften Diskussion mit dem Referenten deutlich. Danke an das Vorstandsteam des Diözesanverbandes und an Prof. Armin Kreiner für seine lebendigen Ausführungen in Wort und Bild!

Leopold Haerst, München