Ehrenamtliche Katechetinnen und Katecheten – Zukunft der Kirche

Ein Zwischenruf des dkv-Vorstandes

DieWeitergabe des Glaubens liegt heute mehr denn je in der Verantwortung allergetauften und gefirmten Christen; sie haben teil am allgemeinen Priestertum. Dochist es nicht so, dass die gemeinsame Verantwortung und das allgemeinePriestertum noch stärker in unserer Kirche zum Tragen kommen müssen? Nur dannwird sie lebendig, missionarisch und zukunftsfähig sein, wird sie „Keim undAnfang“ des Reiches Gottes in der Welt sichtbar machen können (vgl. Lumen Gentium5).

Derdkv als Fachverband für religiöse Bildung und Erziehung richtet sein Interesse indiesem Zwischenruf besonders auf das Engagement ehrenamtlicher Kräfte in derKatechese.

Schonheute wäre die Glaubensweitergabe ohne die ehrenamtlichen Dienste undenkbar. Anvielen Orten gibt es fruchtbare und bewährte Zusammenarbeit von Haupt- undEhrenamtlichen. Doch nicht überall werden ehrenamtliche Laien ihren Möglichkeitenund Charismen entsprechend beteiligt. Nicht selten fühlen sie sich überfordert,vermissen die nötige Unterstützung und Anerkennung ihrer Arbeit, empfinden sichals Lückenbüßer.

Vordiesem Hintergrund ist dem Vorstand des dkv an der Unterstützung, Wertschätzungund Qualifizierung der ehrenamtlichen Katechetinnen und Katecheten gelegen, andem verantwortlichen Umgang mit ihren persönlichen Ressourcen und an derErmutigung zum gegenseitigen Vertrauen.

Gelingende Katecheselebt von der Umsetzung dieser Voraussetzungen:    

1.     unterstützen

Der Beitrag der ehrenamtlichen Katechetinnenund Katecheten wird als unverzichtbar für das missionarisches Wirken und dieZukunft der Kirche in Deutschland wahrgenommen. Träger der Katechese sindHaupt- und Ehrenamtliche, wobei letztere eine eigene Qualität in denkatechetischen Dienst der Kirche einbringen. Durch ein lebendiges und glaubwürdigesZeugnis verwirklichen sie ihre Berufung als Getaufte und Gefirmte. Deshalb nehmenehrenamtliche Katechetinnen und Katecheten die notwendige sowie ihnen zustehendeUnterstützung vor Ort und auf Bistumsebene in Anspruch und fordern diese beiBedarf auch ein.      

2.     wertschätzen

Die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter undMitarbeiterinnen und die Bistumsleitungen würdigen die Arbeit der ehrenamtlichTätigen in besonderer Weise und entwickeln ihnen gegenüber konkrete Formen derWertschätzung. Dies geschieht u.a. durch eine öffentliche Beauftragung - beispielsweiseim Gemeindegottesdienst, in der die Teilhabe der Ehrenamtlichen amkatechetischen Dienst der Kirche bekräftigt und feierlich besiegelt wird.

3.     qualifizieren

Die ehrenamtlichen Katechetinnen und Katechetenerfahren für ihren Dienst eine angemessene Qualifizierung. In erster Linie sinddies Angebote, die die Sprachfähigkeit im Glauben fördern, z.B. in Form vonGlaubensgesprächskreisen oder geistlicher Begleitung. Dazu gehören auch Weiterbildungsangebote,die den Erwerb oder die Erweiterung der Fähigkeiten im Umgang mit Gruppen,Methoden und Medien zum Ziel haben. Die qualifizierende Begleitung derEhrenamtlichen wird von den Hauptamtlichen als ihre wichtigste Aufgabe in derKatechese wahrgenommen und mit Priorität behandelt.          

4.     finanzieren

Geeignete katechetische Materialien werdenbereitgestellt. Darüber hinaus ist ein angemessenes Budget zur Erstattung derAuslagen von Ehrenamtlichen selbstverständlich. Soweit Kosten fürFortbildungsmaßnahmen entstehen, werden auch diese übernommen.

5.     begrenzen

Besondere Achtsamkeit wird auf die Entdeckungund Auswahl geeigneter Ehrenamtlicher für den katechetischen Dienst gelegt.Angesichts des stark eingeschränkten Zeitbudgets, das Menschen heute für ihr ehrenamtlichesEngagement zur Verfügung steht, werden auch zeitlich begrenzte Formen derMitarbeit in der Katechese als wertvoll wahrgenommen und gefördert.Ehrenamtliche werden durch Hauptamtliche vor unangemessener Inanspruchnahme undÜberforderung geschützt.

 

6.     beteiligen

Die Zusammenarbeit in der Katechese findet alsBegegnung auf Augenhöhe statt. Ehrenamtliche werden sowohl bei der Auswahl vonMaterialien und Methoden einbezogen als auch so weit wie möglich und von ihnengewünscht bereits bei der Konzeption von katechetischen Projekten beteiligt.

 

7.     ermutigen

Ohne den Mut und die Freiräume, neue Wege derKatechese auszuprobieren, lässt sich den sehr unterschiedlichen Voraussetzungenund Bedürfnissen, die die Teilnehmenden an katechetischen Angeboten heutemitbringen, nicht angemessen begegnen. Katechetische Projekte werden mit denEhrenamtlichen zusammen ausgewertet und weiterentwickelt. Aus Fehlern wird gelerntund Frustration wird verhindert. Denn der Wert des Engagements bleibt auch dannerhalten, wenn gewünschte Ziele sich als nicht erreichbar erweisen.

 

EhrenamtlicheKatechetinnen und Katecheten engagieren sich für die Weitergabe des Glaubens,durchaus auch zur eigenen Freude, weil sie Sinn und Bedeutung in ihremEngagement erleben, doch in erster Linie handelt es sich bei ihrem‚freiwilligen’ Einsatz um einen Dienst zur Ehre Gottes. Als Menschen, diemitten im Alltag ihr Christsein zu leben versuchen, besitzen sie besondere Überzeugungskraftund bringen durch ihr persönliches Engagement in der Katechese einauthentisches Zeugnis gelebten Glaubens ein.

Unser Zwischenruf will beiden in der Katechese ehren- und hauptamtlich Verantwortlichen gehört werden, willdie dringend anstehende Auseinandersetzung um die Katechese in Gang setzen undEhrenamtliche in ihrem unverzichtbaren Dienst unterstützen, damit die positivenAnsätze gelingender Katechese konsequent gestärkt und ausgebaut werden.

 

München,14. Oktober 2010

MarionSchöber

Vorsitzendedes Deutschen Katecheten-Vereins e.V.

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